Überspringe Menü
·

Aktueller Pfad Start > News

News - Nachrichten



Hörspiel des Monats Dezember 2008

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

9. Januar 2009

Paul Plamper - Ruhe 1

Regie: Paul Plamper
Produktion: WDR, Museum Ludwig 2008 - 50 Minuten

Ein Restaurant in der Stadt. Alle Tische sind besetzt. Es wird geplaudert, diskutiert, gelacht. Plötzlich durchschneidet ein Ereignis die Szene. Ein Vorfall draußen auf der Straße lässt die Gespräche der Gäste verebben. Man müsste einschreiten, helfen. Ein Moment von Ruhe entsteht im Raum. Ruhe, in der beides möglich ist: Einmischung und Distanz. Absolute Stille. Wird jemand aufstehen? Gilt für die Geschäftsleute an Tisch 4 immer noch »business as usual«? Werden sich Herr und Frau König von Tisch 7 beim Kellner beschweren? Kann sich der verklemmte Junggeselle am Nebentisch aus seiner Starre lösen?

Parallel zur Ausstrahlung im WDR hat Paul Plamper sein Hörspiel auch im Museum Ludwig in Köln »begehbar« gemacht. Im Museumsraum kann der Besucher das »Audio-Lokal« betreten, eintauchen in das Geflecht von Geschichten und sich den Weg durch die Tische selbst suchen, Platz nehmen und die einzelnen Unterhaltungen belauschen.

Aus der Jurybegründung: »Paul Plamper spielt diesen Konflikt [...] mit außerordentlicher Kunstfertigkeit durch, indem er die Reaktionsweisen verschiedener sozialer Gruppen [...] analysiert: Geschäftsleute, Intellektuelle, Künstler, Jugendliche, ein Liebespaar, Eltern mit ihrem kleinen Sohn. Und er lässt jede dieser sozialen Mikrogruppen ihre eigene, ›typische‹ Abwehrstrategie auf die plötzliche Erschütterung durch fremde Gewalt entwickeln. So erschreckend präzise trifft er - und die durchweg brillanten Sprecher - den Rechtfertigungs- und Sprachgestus der Personen, dass dieses Hörspiel eine wie beiläufig dokumentierte Authentizität gewinnt.«

Sendung:

Hörspiel des Jahres 2008 wurde »Speicher« von Michaela Melián (Ursendung: 2008-01-15 auf BR2)


Hörspiel des Monats November 2008

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

27. Dezember 2008

Marion Aubert - Die Störenfriede

Regie: Ulrike Brinkmann
Produktion: SR, DLRK 2008 - 55 Minuten

Die schlaffe Königin lässt die Staatsgeschäfte schleifen, drangsaliert ihre Kammerzofe Jacqueline und bestellt Schmeichler, die ihre miese Laune verbessern sollen. Jeanne d'Arc höchstselbst kommt angeritten, um das Königreich zu retten, denn unter der schlaffen Königin wird schlecht geliebt und viel gestorben. Marion Auberts Groteske kommt als burleskes, blutrünstiges, tragikomisches Märchen daher, dessen schlecht erzogenes Personal ständig über die Stränge schlägt, die Grundregeln der Wahrscheinlichkeit in Frage stellt und unseren inneren Frieden stört. Es darf gelacht werden!

Mit Leopold von Verschuer, Kirsten Hartung, Falk Rockstroh, Kirsten Hartung, Effi Rabsilber und anderen

Aus der Jurybegründung: »Die Autorin Marion Aubert und Regisseurin Ulrike Brinkmann erzählen aus einem prekären Märchenland: Hier hat man Ringe unter den Augen und schlechte Laune, man verwahrlost und verkommt, man ist halbtot oder wenigstens desillusioniert. Die professionellen Schmeichler und Narren haben sich auf der Suche nach Lebenskrümeln, Witzrudimenten und Sehnsuchtsresten ohnehin verselbständigt. Jeder ist auf jeden scharf und jeder jedem egal.«

Sendung:


Hörspiel des Monats Oktober 2008

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

08. November 2008

Helene Hegemann - Ariel 15 oder Die Grundlagen der Verlorenheit

Regie: Elisabeth Putz
Produktion: DLRK 2008 - 46:30 Minuten

Lisa ist 15, lebt in Berlin, geht zur Schule und verbringt Zeit mit ihren Altersgenossen. Zum Geburtstag bekommt sie ein formschönes Apple Keyboard aus eloxiertem Aluminium von ihrem Elternteil, weil das ein echter Blickfang ist und kinderfreundlicher als Wohnaccessoires und Sexspielzeuge.

Mit Winnie Böwe, Astrid Meyerfeldt, Sabin Tambrea, Stefan Konarske

Aus der Jurybegründung: »Irrlichternd zwischen Teenager- und Erwachsenenbewusstsein manifestiert sich ein Ich, das sich im Gefühl seiner Unbestimmbarkeit und Verlorenheit in den Bildern von Ariel oder der Kleinen Meerjungfrau spiegelt. Gekonnt bezieht sich die Autorin auf Andersens und gleichzeitig Walt Disneys Märchenfigur, die das Wasser verlassen musste und an Land nicht leben kann. Das jugendliche Bewusstsein Ariels befindet sich in dem tragischen Dilemma, gegen die Grundlagen der Gesellschaft zu rebellieren und aufgrund seiner Aufgeklärtheit die Rebellion als virtuell ironisieren zu müssen.«

Sendung:


Cover: Ilias

Hörspiel des Monats September 2008

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

09. Oktober 2008

Homer - Ilias

Hörspiel des ungekürzten Textes in der Neuübertragung aus dem Altgriechischen von Raoul Schrott

Regie: Klaus Buhlert
Produktion: HR, DLF 2007 - 1440 Minuten

Ilias: bestellen bei amazon.de

Das homerische Epos vom Trojanischen Krieg, die ›Ilias‹, gilt als das älteste erhaltene Werk der abendländischen Literatur. Es beginnt mit Achilleus Groll auf Agamemnon und endet mit dem Tod Hektors , der den Untergang Trojas besiegelt.

Erst die später verfaßte ›Odyssee‹ erzählt von der List der Griechen, mit einem hölzernen, Krieger verbergenden Pferd die uneinnehmbaren Mauern Trojas zu überwinden.

Die ›Ilias‹ erzählt hingegen von den Taten der Helden Agamemnon, Achilleus, Menelaos, Paris, Priamos und vom Streit der olympischen Götter, die den beiden Kriegsparteien beistehen. Ihr Figurenarsenal und ihre Geschichten sind längst verstümmelt, verkürzt oder umgeschrieben zum Stoff für populäre Adaptionen im Film oder in der Jugendliteratur geworden. Das altgriechische Original kennt nur die Gemeinde der Gräzisten, und die vollständigen deutschen Übersetzungen von z.B. Johann Heinrich Voss (1793) oder Wolfgang Schadewaldt (1975) ruhen heutzutage meist ungelesen in vielen Bücherschränken. Die Sprache der ›Ilias‹ ist - so scheint es - das entscheidende Hindernis. Zeit dies zu ändern.

Bei Wahrung des Dekors und nach dem neuesten Forschungsstand öffnet Schrotts Neufassung den Blick auf Homers Werk. Sie trägt in heutiger Sprache die Patina der alten weihevollen Übersetzungs- und Rezeptionsweisen ab und läßt die ›Ilias‹ erstrahlen als das erste lebenssatte Meisterwerk abendländischer Kultur - ein Werk, das endlich auch einem zeitgenössischen Publikum in vollständiger Fassung erschließbar wird.

Sprecher: Manfred Zapatka

Aus der Jurybegründung: »Raoul Schrotts provokant-brillante Neufassung von Homers Epos über den Trojanischen Krieg entreißt das Meisterwerk abendländischer Kultur den staubigen Gelehrtenstuben, löst die Hexameter in drastische Formulierungen auf und macht die antiken Götter, die Krieger, die Schlachten und die Leidenschaften einem heutigen Publikum zugänglich.«

Sendung:


Hörspiel des Monats August 2008

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

06. September 2008

Wolfgang Müller - Séance Vocibus Avium

Regie: Wolfgang Müller
Produktion: BR 2008 - 55 Minuten

Mit dem Verschwinden einer Vogelart verstummt auch deren Gesang. Seit 1600 sind schätzungsweise 150 Vogelarten ausgestorben. Neben den Überresten in naturkundlichen Sammlungen in Form von Bälgern, Skeletten und Eiern existieren auch eine Anzahl zeitgenössischer wissenschaftlicher Beschreibungen. Nur sehr wenige dieser beinhalten jedoch Angaben zur Stimme des Vogels.

Wolfgang Müller analysiert in der Séance vocibus avium die Sprache der Wissenschaftler, Entdecker und Forscher, die den Vogel und seine Umgebung begreifbar und anschaulich machen wollten und wollen. Welche Sprache wird dabei eingesetzt, was klingt aus ihr? Welche Wörter werden verwendet, um die Gestalt und das Wesen des ausgestorbenen Vogels zu rekonstruieren? Die Stimme von Claudia Urbschat-Mingues kreiert in einer Sprachséance Bilder von neuen, nie zuvor gesehenen Vögeln in fremden und vertrauten Biotopen.

Aus der Jurybegründung: »Wolfgang Müller gibt ausgestorbenen Vogelarten eine Stimme: Er hat Künstler der deutschen Avantgarde-Pop-Szene gebeten, allein auf der Grundlage wissenschaftlicher Aufzeichnungen verstummte, vergangene Vogelstimmen zu rekonstruieren. So wird aus der rein schriftsprachlichen Erinnerung an ausgestorbene Natur wieder lebendige Akustik - und wir werden nie erfahren, ob diese Töne und Stimmen ›richtig‹ sind oder doch ganz anders als die ihrer tierischen Vorbilder.«

Sendung:


Hörspiel des Monats Juli 2008

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

16. August 2008

Oliver Augst, Rüdiger Carl - Kippenberger hören

Regie: Oliver Augst, Rüdiger Carl
Produktion: RBB, DLRB 2008 - 50 Minuten

Autorenproduktion im Auftrag des Rundfunks Berlin-Brandenburg und des Deutschlandradios.

Im Kunstkarussell der 80er Jahre waren Martin Kippenbergers bizarre Spielarten die Königsklasse. Das Hörstück collagiert Texte, Gedichte, Musik und Original-Töne von Kippenberger mit Musik der Autoren und von Sven-Ake Johansson.

Aus der Jurybegründung: »In dichter Folge, musikalisch strukturiert durch wiederkehrende Versatzstücke wie das wehleidige und skurrile ›Aua aua aua - jaja‹ oder ›aua aua - neenee‹, überschneiden und überschlagen sich Originalaufnahmen von Martin Kippenberger, Texte absurder Frechheiten, Nonsensgedichte und Passagen des ›ironischen Alleinunterhalters mit Unterwanderungsabsicht‹.«

Sendung:


Hörspiel des Monats Juni 2008

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

09. Juli 2008

Elke Heinemann - Ernst Ludwig Kirchner: Inside/Out

Regie: Martin Zylka
Produktion: DLRK, WDR, RB 2007 - 83:01 Minuten

Davos, 15. Juni 1938: Während seine Lebensgefährtin Erna Schilling den Psychiater Dr. Bauer telefonisch zu Hilfe ruft, nimmt sich der Maler Ernst Ludwig Kirchner das Leben. Mit einem Pistolenschuss beendet der drogenkranke Künstler den Grundkonflikt von Selbstzerstörung und Selbstbestimmung, der die letzten sechs Jahre seines Lebens geprägt hatte.

In dem Hörbild werden Zeugenaussagen mit Auszügen aus Kirchners Tage- und Skizzenbüchern und Briefen an den Arzt und Sammler Dr. Bauer collagiert.

Mit Falk Rockstroh

Aus der Jurybegründung: »70 Jahre nach Kirchners Tod ist Heinemann und Zylka ein fast zeitloses und Dank seiner Realitätsfragmente fast lebendiges Hörbild über das Verhältnis eines Künstlers zur ihn umgebenden Gesellschaft gelungen.«

Sendung:


Hörspiel des Monats Mai 2008

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

12. Juni 2008

Raymond Federman - My body in 9 parts

Regie: Götz Naleppa
Bearbeitung: Gaby Hartel
Produktion: DLRK 2008 - 56:30 Minuten

Seit den frühen 60er Jahren zählt Raymond Federman zur amerikanischen Avantgarde. Thema seiner Prosa ist die in immer neuen Varianten erzählte eigene Geschichte: die Rettung des zwölfjährigen französischen Juden vor den Nazis.

Zu seinem 80sten hat Federman jetzt ›Bodyart‹ geschrieben: in 9 Schritten zoomt er auf sein Haar, die Nase, die Zehen oder den Nabel. Heraus kommt eine selbstironische, existentielle und vielstimmige Körperbiografie. Federman wird sich als Performer im Zusammenspiel mit den Musikern und der Übersetzerstimme wieder einmal neu erfinden.

Mitwirkende Raymond Federman, Martin Engler, Aram Schneider, Ludger Singer, Gitta Schäfer, Anja Kowalski, Urban Elsässer, Uwe Böttcher

Aus der Jurybegründung: »Leichtfüßig, selbstironisch, witzig, philosophisch ist diese akustische Performance, in der Raymond Federman eine beschreibende Distanz zu seinem Körper einnimmt und zugleich in zärtlich vertraute Nähe zu ihm tritt.«

Sendung:


Hörspiel des Monats April 2008

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

12. Mai 2008

Nadja Schöning - ... or the Loves of Painting and Music

SoundPainting nach William Turner

Regie: Klaus Schöning
Produktion: DLRK 2008 - 56:32 Minuten

»›...or the Loves of Painting and Music‹ ist ein Klangbilder schaffendes SoundPainting aus Klängen, Geräuschen und einer englischsprachigen Ebene von aleatorischen Reihungen einzelner Wörter aus Turners Verse Book, die Hörbares bezeichnen.« (Nadja Schöning)

Darsteller: Nigel Charnock

Aus der Jurybegründung: »Nadja Schönings akustisches Kunstwerk beeindruckt durch die hochsensible Verflechtung von Sprache und Musik und die gelungene Deutung von Malerei im Klang. Die intermediale Klangkomposition ist inspiriert von den sich in Farbe und Licht auflösenden späten Gemälden William Turners und verarbeitet dessen poetisches Verse Book in aleatorischen Reihungen einzelner Wörter zu einem ästhetisch konzentrierten Klangkosmos fließender Bewegungen.«

Sendung:


Hörspiel des Monats März 2008

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

15. April 2008

Joey Goebel - Vincent

Bearbeitung: Matthias Kapohl
Regie: Matthias Kapohl
Produktion: WDR 2008 - 54 Minuten

Der todkranke Medienmogul Foster Lipowitz gründet auf seine alten Tage die Akademie ›New Renaissance‹: Hoffnungsvolle Talente aller künstlerischen Sparten werden bereits im Kindesalter rekrutiert, um zukünftig die heruntergekommene, seichte Medienwelt mit Qualität zu versorgen. Den Nachwuchskünstlern werden sogenannte ›Manager‹ zur Seite gestellt. Diese haben dafür zu sorgen, dass den jungen Talenten möglichst viel Unglück geschieht - denn nur durch leidvolle Erfahrungen entwickelt sich nach Lipowitz' Meinung wahre Kunst. Manager des siebenjährigen Vincent wird der gescheiterte Musiker und Ex-Kritiker Harlan. Und er macht seinen Job gut: Vincents Mutter verlässt ihren Sohn, der Hund des Jungen stirbt an einer Vergiftung, das Haus brennt ab. Später werden Mädchen mit Geld überredet, Vincent sitzen zu lassen, er wird alkoholabhängig gemacht, das Unglück scheint einfach kein Ende zu nehmen. Die Methode funktioniert: Von Schicksalsschlägen geprägt, schreibt Vincent ergreifende und erfolgreiche Liebeslieder, Serienvorlagen und Drehbücher. Bis er eines Tages von Harlans Schandtaten erfährt.

Mit Hans Peter Hallwachs, Bernd Kuschmann, Martin Armknecht, Matthias Ponnier und anderen.

Aus der Jurybegründung: »Wie andere zeitgenössische künstlerische Werke hat auch Nadja Schönings akustisches Kunstwerk teil an der aktuellen Wiederkehr der romantischen Ästhetik. Im Schlussteil der Komposition wird in fast körperlosen Klängen die Einheit von Farbe, Dichtung, Musik, Religion und Liebe beschworen, vielleicht aber auch nur die Sehnsucht nach ihrer Versöhnung erinnert." «

Sendung:


Hörspiel des Monats Februar 2008

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

18. März 2008

Alfred Behrens - Amok Koma

Regie: Alfred Behrens
Produktion: RBB 2007 - 54 Minuten

Die Hauptfigur, ein Mann mittleren Alters, diktiert einer jungen Frau einen Roman. Darin geht es um den Amoklauf eines Mannes mittleren Alters, der unverkennbar die Züge der Hauptfigur trägt. Soviel ist klar, doch dann verwischen sich allmählich die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Und auch zwischen den Genres: denn jetzt geht es um die Verfilmung des Romans. Es geht darum, dass ein Mann einer jungen Frau ein Drehbuch für einen Film über einen Amoklauf diktiert. Und je weiter wir in die Geschichte vordringen, um so mehr verlassen wir das sichere Terrain unserer gewohnten Wahrnehmungsmuster. Findet dieser Amoklauf nur im Roman statt? Oder im Film? Oder doch in der Wirklichkeit? Wird er geschrieben, um ihn zu verhindern? Oder um ihn vorzubereiten?

Aus der Jurybegründung: »›Amok Koma‹ nimmt seine Zuhörer nicht an die Hand, sondern lässt sie los auf die Ideen seiner Protagonisten - und geht gezielt das Risiko des gedanklichen Abdriftens ein, spielt damit, scheint darauf zu reagieren.«

Sendung:


Kinderhörspielpreis des MDR-Rundfunkrates

09. März 2008

Isabellas Welt

Autor: Christian Oelemann
Bearbeitung: Heidi Knetsch, Stefan Richwien
Regie: Götz Fritsch
Komposition: Uli Edelmann, Markus Hossner
Produktion: HR, RBB 2007 | ca. 50 Minuten

Isabella hört in Noten: Wenn die Tür quietscht, jemand lacht oder rülpst, sind das für sie Töne in A, Dis oder Gis, mal im Fünfviertel-, mal im Dreivierteltakt. Doch keiner ahnt etwas von Isabellas Begabung. Während ihre Schwester wie besessen für »Jugend musiziert« auf der Geige übt und ihr Bruder sich an der Klarinette versucht, verbringt Isabella ihre Tage am liebsten alleine auf ihrem Hochsitz. Dort notiert sie den Gesang »ihrer« Amsel, so schön findet sie die stets variierenden Melodien. Ihr gesamtes Taschengeld gibt sie für Notenhefte aus, doch das ist ihr Geheimnis. Bis eines Tages ihr Vater eines ihrer Hefte entdeckt. Er hält Isabella - ähnlich wie Mozart - für ein Wunderkind und stiftet ungewollt ein großes Durcheinander.

Mit: Jens Harzer, Johanna Fritsch, Anisyah Berty, Benedikt von Sinden, Susana Fernandes Genebra, Hanns-Jörg Krumpholz, Anna-Maria Kuricová, Wolf-Dietrich Sprenger, Fabian Gerhard

Zweiter Preis: Albert Sidney Fleischmann - Firma Zaubermeister & Co. | MDR 2007
Dritter Preis: L.S. Matthews - Ein Hund fürs Leben [A Dog For Life] | NDR 2007

Die Auszeichnungen werden am 16. März 2008 auf der Leipziger Buchmesse verliehen.


Hörspielpreis der Kriegsblinden 2008

1. März 2008

Rimini Protokoll - Karl Marx: Das Kapital, Erster Band

Regie: Helgard Haug, Daniel Wetzel
Produktion: DLF, WDR 2007 | 49'

Die große Analyse von Karl Marx hat einen prominenten Platz im Kanon jener Bücher, die alle kennen und keiner gelesen hat. Für Haug/Wetzel ist es ein dramatischer Text - ein tragischer Text, keine Komödie. Aber es geht nicht um einen Abgesang und auch nicht um graue Theorie. Die sieben Siegel dieses Buches sollen mit Hilfe von Menschen geöffnet werden, die mit ihm gelebt haben. Es geht nicht darum, wie die Regie es liest, sondern wer es überhaupt gelesen hat, nicht so sehr darum, was darin steckt, sondern wo in der Gesellschaft es steckt, wer es benutzt und kennt, unabhängig von politischer Couleur und wirtschaftlicher Praxis. ›Karl Marx: Das Kapital, Erster Band‹ führt die Fäden eines internationalen Casting- und Forschungsprojektes zusammen, bei dem Menschen aus unterschiedlichen Gegenden des europäischen Kontinents in ihrer Sprache und mit ihren Biografien unterschiedliche Perspektiven auf dieses zu dicke Buch beitragen und vertreten.

Aus der Jurybegründung: »Die authentischen Stimmen sind zu einem provokanten und zugleich kulinarischen Radio-Erlebnis komponiert. Brüche, Zusammenstöße, absurde Beziehungen und eine hintergründige Komik entstehen. Die Jury lobte diese zeitgemäße Weiterführung des Originalton-Hörspiels.«

Mit Thomas Kuczynski, Lolette, Ulf Mailänder, Talivaldis Margevics, Jochen Noth, Chrsitian Spremberg, Sascha Warnecke, Ralf Warnholz, Franziska Zwerg, und anderen.

Sendung:


Hörspiel des Monats Januar 2008

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

12. Februar 2008

Michaela Melián - Speicher

Regie: Michaela Melián
Produktion: BR, Münchner Kammerspiele 2008 - 53 Minuten

Thematischer und formaler Ausgangspunkt für ›Speicher‹ ist ›VariaVision - Unendliche Fahrt‹, die 1965 realisierte, heute verschollene intermediale Arbeit von Alexander Kluge (Texte), Edgar Reitz (Filme) und Josef Anton Riedl (Musik) zum Thema des Reisens.

›VariaVision‹ versuchte als Rauminstallation durch die gleichzeitige Vorführung und Wiedergabe von Filmen, mehrkanaliger Musik und Sprache eine neue und andere Wahrnehmung von Musik, Film und Text zu verwirklichen. Reitz und Kluge unterrichteten damals an der internationalen Hochschule für Gestaltung (HfG) Ulm, die in der kurzen Zeit ihres Bestehens zwischen 1955 und 1968 maßgeblich die deutsche und internationale Design-, Kunst- und Mediengeschichte geprägt hat. Die HfG führte als private Hochschule, getragen durch die Geschwister-Scholl-Stiftung, die gewaltsam beendete Tradition des Bauhauses fort und definierte für die BRD die Begriffe

Aus der Jurybegründung: »Michaela Meliáns Hörspiel ›Speicher‹ beeindruckt mit einer klaren musikalischen und poetischen Struktur, in der das Thema des Reisens und Wanderns, des Fremdseins und der Sehnsucht nach dem Fremden über einen Zeitraum von zwei Jahrhunderten entfaltet wird. ›Mit dem Stadtplan von London den Harz durchwandern‹ - der Satz bezeichnet das Bauprinzip der Mehransichtigkeit und der schwebenden Bedeutungen.«

Sendung:


Hörspiel des Monats Dezember 2007

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

15. Januar 2008

Liquid Penguin Ensemble - Gras wachsen hören - Das biolingua Institut wird 100 Jahre alt

Regie: Liquid Penguin Ensemble
Produktion: SR 2007 - 64 Minuten

Die Intelligenz der Sonnenblume - manche Botaniker behaupten, es gäbe sie, auch wenn sie natürlich nicht vergleichbar ist mit der Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns. Pflanzen wachsen erst, dann welken sie - mehr nicht, dachte man. Von wegen! Nicht nur das von Madame Asch 1907 gegründete biolingua Institut glaubt mit seinen Forschungen Belege für Kommunikationsstrukturen in der Pflanzenwelt gefunden zu haben. Nützt es also doch, die Zimmerpflanzen zu ›besprechen‹ und sich vor dem Urlaub von ihnen zu verabschieden? Oder wird hier nur die esoterische Nebelmaschine angeworfen, wovon nämlich die gegnerische Botanik-Fraktion fest überzeugt ist?

Das Liquid Penguin Ensemble hat sich im weitverzweigten Forschungsarchiv des biolingua Instituts umgesehen, eigene Experimente unternommen und ist zu interessanten Ergebnissen gekommen...

Aus der Jurybegründung: »Fast alles ist erfunden und »gras wachsen hören« eine Wissenschaftsfeature-Parodie erster Klasse. Über lange Strecken kann man das Hörspiel missverstehen als Wissenschaftssendung, garniert mit ein paar schrägen Anekdoten. Bestens gelingen Parodie und Satire, wenn sie in der Wirklichkeit fest verwurzelt bleiben. Unter der perfekten Mimikry (echte Botanikerinterviews!) lassen sich Absurditäten, aber auch verwegene Gedankenexperimente einschmuggeln.«

Sendung:


Cover: Doktor Faustus

Hörspiel des Monats November 2007

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

08. Dezember 2007

Thomas Mann - Doktor Faustus

Bearbeitung: Manfred Hess, Leonhard Koppelmann, Hermann Kretzschmar
Regie: Leonhard Koppelmann
Produktion: HR, BR 2007 - 540 Minuten

Doktor Faustus: bestellen bei amazon.de

Der emeritierte Lehrer und Altphilologe Serenus Zeitblom, eine »gesunde, human temperierte, auf das Harmonische und Vernünftige gerichtete Natur«, schreibt auf deutschem Boden zwischen 1943 und 1945 die Biographie seines Freundes, des Komponisten Adrian Leverkühn. Der Hochbegabte und Herzenskalte, 1885 geboren, wendet sich in seiner Suche nach dem Genialischen und Absoluten zuerst der evangelischen Theologie zu, um sich dann ganz der Musik als »deutschester aller Künste« zu widmen. Im München der Kaiserzeit, des Ersten Weltkrieges und schließlich der 1920er Jahre durchbricht Leverkühn die Sackgasse der spätromantischen, an Richard Wagner orientierten Komposition mit der Erfindung der Zwölftonmusik. Der Preis für den »Durchbruch zum Neuen« ist eine bewusst gesuchte Syphilis bei einer Prostituierten, die 1930 zu geistiger Umnachtung führt und 1940 mit dem Tode endet.

Aus der Jurybegründung: »In seinem wildesten Roman ›Doktor Faustus‹ gräbt Thomas Mann nach den Wurzeln seiner eigener Existenz in einer Lebensanklage mit integriertem Selbstfreispruch, und das grandiose Werk wird dabei in aller Verschlüsselung exemplarisch für die eigene Epoche.«

Sendung:


PLOPP!-Award 2008 - Freie Feature-Produktionen im Wettbewerb der Akademie der Künste

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

26. November 2007

Der achte Wettbewerb der freien Hörkunstszene widmet sich erstmalig exklusiv dem Genre Feature. Dabei richtet sich PLOPP! wie sonst auch in diesem Jahr an hörkunstbegeisterte Laien, semi-professionelle und professioneller Featuremacher.

Einsendeschluss ist der 12. Februar 2008. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

Am Wettbewerbsabend, Sonnabend, dem 12. April 2008, präsentieren die Juroren ihre Vorauswahl an Hörstücken. Im Anschluss wählt das Publikum den Gewinner des PLOPP!-Award 2008. Bei Stimmengleichheit wird der Preis geteilt.


Cover: Gedichte

A.J. Weigoni - Gedichte

26. November 2007

CD1: 1/4 Fund
CD2: Dichterloh, ein Kompositum in vier Akten

Die Vorstellung der Doppel-CD ›Gedichte‹ erfolgt am Freitag, den 18. Januar 2008 ab 19:00 Uhr in der Galerie Andreas Brüning, Josephinenstraße 15 (Martin-Luther-Platz), 40212 Düsseldorf.


Hörspiel des Monats Oktober 2007

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

10. November 2007

Helgard Haug, Daniel Wetzel - Peymannbeschimpfung

Regie: Helgard Haug, Daniel Wetzel
Produktion: DLRK 2007 - 53:40 Minuten

1977: Ein ›wackerer Zahnarzt‹ aus einer anderen Stadt traut sich, den in Stuttgart-Stammheim einsitzenden RAF-Mitgliedern die Zähne zu behandeln. Eine Mutter bittet deutsche Prominente, den offen gebliebenen Teil seiner Rechnung zu begleichen. Schauspieldirektor Claus Peymann berappt einen kleinen Betrag und hängt das Schreiben im Staatstheater ans Schwarze Brett: Spenden könnten bei der Sekretärin abgegeben werden.

Monate später geraten Spende und Aushang in die Schlagzeilen und lösen eine Gesinnungsschlacht aus, in deren Folge das Stuttgarter Schauspielensemble fast geschlossen die Stadt verlässt. ›Peymannbeschimpfung‹ verarbeitet die Briefe und Verlautbarungen dieser Auseinandersetzung.

Mit Margarete Broich, Claus Peymann, Bärbel Noack, Ralf Otto, Gabriel Vogler-Stump, Alexander Tabolini und anderen.

Aus der Jurybegründung: »Voll heimlicher Faszination für den eigenen Untergang liest Peymann Verwünschungen und Morddrohungen vor und erzählt die politischen Verwicklungen des Stuttgarter Theaters. Haug und Wetzel verfolgen präzise bis zum Absurden ihre Assoziationen. Auf eigenen Gedankenpfaden schlendern sie durch Stuttgart und den Deutschen Herbst, als wollten sie vom wunden Punkt wegdriften, und stehen doch immer wieder vor den Gefängnismauern.«

Sendung:


Hörspiel des Monats September 2007

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

8. Oktober 2007

Joël Pommerat - Die Händler

Regie: Marguerite Gateau
Geräusche: Sophie Bissantz
Produktion: SR 2007 - 67 Minuten

Live vom Festival ›Primeurs‹ aus der Alten Feuerwache, Saarbrücken

Alle, wirklich alle arbeiten bei Norscilor, die ganze Siedlung, die ganze Stadt, die ganze Region. Die Beschäftigten bilden eine große Familie. Auch die namenlose Erzählerin gehört dazu, noch dazu geht sie gern ins Labor, dass Norscilor Waffen herstellt, stört sie nicht. Auch ihre Freundin würde gern dort arbeiten, so wie alle anderen auch, zieht sie doch ihren 9jährigen Sohn allein groß, ist hochverschuldet und auch sonst etwas seltsam. Das findet die Firma offenkundig auch: Norscilor will sie nicht einstellen, sie fällt durch alle Tests. Als dieser Standort von Norscilor geschlossen werden soll, ist es aber gerade diese Freundin, die alle Arbeitsplätze retten könnte.

Mit Verena von Behr, Chris Pichler und anderen.

Aus der Jurybegründung: »Neben der Aufspaltung des Monologs in mehrere Stimmen gibt die Sprache -- übersetzt von Bettina Arlt -- dem Stück Tiefe und unterwandert mit ihrem fast lehrstückhaften Stil die sogenannte Realität. Was erzählt wird, stellt sich selbst in Frage. Wir sind die Händler unseres Lebens. Das ist würdig und ehrbar. Ein Lebenshandel, der sich im Ohr festsetzt.«

Sendung:


Hörspiel des Monats August 2007

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

8. September 2007

Dunja Arnaszus - Etwas mehr links - 10 Quickies für eine Nation mit rückläufiger Geburtenrate

Regie: Judith Lorentz
Produktion: RBB 2007 - 53:05

Angesichts einer stabilen Geburtenrate von 0,006% hat das Bundesministerium für Familienpolitik an alle in Frage kommenden Haushalte die Broschüre ›Fortpflanzung - ich bin dabei‹ verteilt. Die Lebenspartnerschaft Antonia Assmann und Tom Perez Morales ist dem Vermehrungsplan gegenüber nicht mal so abgeneigt, zumal die beiden als arbeitslose Erzieherin und Grundschullehrer zum Beispiel auf den Ernährungszuschuss für aphrodisische Lebensmittel bitter angewiesen sind.

Tapfer folgen sie kapitelweise den bürokratisch-erotischen Vorschlägen der Broschüre, geben einander Tiernamen, probieren wohl auch die Sache mit den Fesselspielen oder lassen sich von Antonias Mutter ausführlich von den Freuden der Geburt berichten. Ob man einander und das Ministerium trotz oder wegen all dieser Strapazen glücklich machen kann, untersucht Dunja Arnaszus in den zehn Episoden ihres bissig komischen Hörslapsticks.

Mit: Milan Peschel, Winnie Böwe, Steffi Kühnert, Hedi Kriegeskotte, Paul Sonderegger, Philomena Ludwig, Ursula Werner, Kathrin Wehlisch, Cathlen Gawlich, Stefan Ripplinger

Aus der Jurybegründung: »Das Hörspiel bürokratisiert das Intimleben durch viele groteske Details. Die technische Brillanz potenziert die Qualität des Stücks. Seine Parodie auf hypertrophe Auswüchse einer Mangelverwaltung und Fürsorgegesellschaft zieht Gewinn aus dem Kontrast von anarchischer Spontaneität und zwanghafter staatlicher Bevormundung.«

Sendung:


SWR2-Hörer wählen ihren Wunschkrimi - Sendetermin: 6. September, 21:03 Uhr

Südwestrundfunk

14. August 2007

Jeden Donnerstag um 21:03 Uhr heißt es auf SWR2: Krimizeit. Aber was strapaziert die Nerven eines Krimifans mehr: Ein durchgedrehter Alter, der droht vom Hausdach zu springen? Die wiedergefundene Leiche eines verlorenen Sohns? Oder ein ominöser Fremder, der es auf ein kleines Mädchen abgesehen hat? Darüber können die Hörer beim ersten SWR2-Wunschkrimi abstimmen. Drei Kriminalhörspiele stehen zur Wahl.

1. ›Das Geburtstagsgeschenk‹ (SDR, NDR 1994) von Janwillem van de Wetering beginnt beim Nachtdienst in einer Polizeileitstelle. Der junge Beamte Heinz nimmt Notrufe entgegen. Da meldet sich über die 110 sein alter Onkel Franz. Er steht auf dem Dach seines Hauses. Was wird Heinz tun? Wird es ihm gelingen, seinen Onkel zur Vernunft zu bringen?

2. ›Nobiltà‹ (SWR, DLRB 2000) von Donna Leon zeigt die schäbige Seite hinter venezianischen Palastfassaden: Auf dem Land die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Das Wappen auf dem Ring des Toten führt zum venezianischen Geschlecht der Lorenzonis, deren einziger Sohn seit längerem als vermisst gilt. Kommissar Brunetti ermittelt und gräbt tiefer als die Leiche lag.

3. In ›Vermisst‹ (SDR 1981) von Olwynne Macrae geht es um ein sechsjähriges Mädchen, ein sogenanntes ›Schlüsselkind‹, das die meiste Zeit sich selbst überlassen ist. Um seine Einsamkeit zu überbrücken, wählt es eines Abends irgendeine Telefonnummer und wird mit einem Unbekannten verbunden ...

Die Abstimmung ist möglich bis Donnerstag, 6. September, 12:00 Uhr

Unter allen Teilnehmern werden neben Hörbüchern und Krimis drei Einladungen ins SWR-Studio mit Besuch einer laufenden Krimi-Produktion verlost.


Hörspiel des Monats Juli 2007

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

4. August 2007

Ror Wolf - Raoul Tranchirers Bemerkungen über die Stille

Bearbeitung: Thomas Gerwin
Regie: Thomas Gerwin
Produktion: SWR2007 - 55 Minuten

Grundlage des Hörstücks ist ein Band mit Kurzgeschichten, mit dem Ror Wolf 2005 seine umfassende ›Enzyklopädie für unerschrockene Leser‹ abgeschlossen hat. Bis ins Jahr 2001 arbeitete er ohne sichtbare Ermüdungserscheinungen an seiner vielbändigen ›Enzyklopädie für unerschrockene Leser‹, dieser einzigartigen Besichtigung der Wirklichkeit, der Weichheit und Bleichheit, der Geschwindigkeit und Geschmacklosigkeit, Gemütlichkeit und Gefräßigkeit, der Trockenheit, der Feuchtigkeit, der Gelassenheit und Verlassenheit, der Gewöhnlichkeit, der Empfindlichkeit, der Grausamkeit, Einsamkeit, Schamlosigkeit und Bequemlichkeit, vor allem aber der Selbstverständlichkeit aller dieser Erscheinungen. - Enzyklopädien sind, wie wir wissen, ihrem Wesen nach unabschließbar.

Mit: Horst Sachtleben, Bijan B. Zamani, Nadine Kettler

Aus der Jurybegründung: »Am Ende der ironischen Dekonstruktion [...] bleibt immer das Nichts - das nicht benannt wird, da schweigt der Autor bedauernd. Der Hörer lockert sich, ihm ist zum Lachen zumute, und wenn er lacht, dann lacht er eben.«

Sendung:


Cover: Biberkopf

Hörspiel des Monats Juni 2007

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

10. Juli 2007

Alfred Döblin - Die Geschichte vom Franz Biberkopf

Regie: Kai Grehn
Produktion: SWR, BR, RBB, Patmos 2007 - 82 Minuten

Die Geschichte vom FRanz Biberkopf: bestellen bei amazon.de

Franz Biberkopf, früher Zement- und Transportarbeiter, will nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis ein anständiger Mensch werden. So steht er auf dem Alexanderplatz des alten Berlin und betreibt seine kleinen Handelsgeschäfte. Anfangs geht alles gut, aber die Zeiten sind schlecht. Biberkopf hat nicht nur mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, sondern wird in einen regelrechten Kampf verwickelt mit etwas, das von außen kommt, das unberechenbar ist und wie ein Schicksal aussieht.

Eine gekürzte Fassung aus dem Jahr 1931 (Regie: Max Bing) blieb im Weimarer Rundfunk ungesendet und wurde erst in den 50er Jahren ausgestrahlt.

77 Jahre später wird das Originalhörspielmanuskript erstmals ohne jede Kürzung in Szene gesetzt. Kai Grehn in seiner Inszenierung die Faszination des Autors für das Medium Radio auf. Mit den technischen und stilistischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts bringt er zu Gehör, was Döblin in seinem Hörspielmanuskript als radiophone Spielflächen angelegt hatte. Originaltöne von den Romanschauplätzen und Geräusche des heutigen Berlin werden zur Basis einer Großstadtmusik, die den Takt für Grehns Interpretation des Stoffes vorgibt und ›Die Geschichte vom Franz Biberkopf‹ ins Heute und Hier verlegt.

Aus der Jurybegründung: »Die Hauptfigur Großstadt tritt in den Hintergrund, so umgeht Grehn die Übermacht des Döblinschen Textgebirges. Ohne Beglaubigung durch die vorzüglichen Sprecherstimmen gelänge dies nicht: Sie lassen Berliner Proletariat und Unterwelt zu Döblins Zeit beeindruckend plastisch auferstehen. Dem SWR gelingt das Kunststück, das Zeitkolorit der späten 20er zu bewahren und den Stoff zugleich vermittels aktueller musikalischer Grundierung von Kai Uwe Kohlschmidt ins Heute zu heben. Ein großes Stück Wirklichkeit ist zu hören. Das Hörspiel macht Lust, den Roman wieder zu lesen.«

Sendung:


Hörspiel des Monats Mai 2007

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

5. Juni 2007

Franz Mon - ausgeartetes auspunkten

Regie: Franz Mon
Produktion: HR 2007 - 46 Minuten

Grundlage des Hörspiels ist eine Wörterschlange von Verben mit den Präfixen ›aus‹, ›an‹, ›ab‹ und ›auf‹. Jeweils acht formiert Mon zu Infinitivsätzen, die einer alphabetischen Ordnung folgen. Die Schlange beginnt mit ›ausarten‹ und endet mit ›auszwitschern‹ bei Z. Auch wenn in Momenten Erinnertes aufscheint, ist das Stück, gezeigt an den Verben, eine Hommage an die Autonomie der Wörter - an ihre Würde und ihre Fragilität. Die vier Stimmen tasten zielgenau, wie hemmungslos die akustischen Spielräume der Wörter ab - bis dahin, daß sie den Laut des Wortes statt seines Sinnes hervorkehren oder atem- und lautgestische Sinnbezüge heraufbeschwören.

Aus der Jurybegründung: »A-affine Alphabet-Aufreibungen amüsierten ausdrücklich alle Auditoren. Autonome Alphabet-Artistik, andererseits anarchische Alltags-Abstraktionen animieren alles anzuhören. Akkurates Aufdröseln attackiert althergebrachte Artikulations-Angewohnheiten. Ausgesprochen außergewöhnliche Aufmischung aller Aus', Abs, Ans, aber ausdrücklich auch Aufs. Alle Achtung!«

Mit Peter Lieck, Eva Garg, Chris Pichler, Markus Meyer und Franz Mon.

Sendung:


Cover: Suni

Kostenlose Hörspiel-Serie: Detektei Suni & Partner - Folge 3 Die Biberinsel

Studenten-Projekt der Medienpädagogik Augsburg

17. Mai 2007

Die kostenlose Hörspielreihe der Professur für Medienpädagogik erscheint begleitend zu den Kinderuni-Vorlesungen an der Universität Augsburg. Die jeweiligen Themen werden in spannenden Abenteuern mit drei jugendlichen Ermittlern aufbereitet, um den Hörern auf spielerische Art und Weise Wissen zu vermitteln. »Geschichten statt bloße Fakten - das war der Auftakt für die Hörspielidee, aus der Ruben Schulze-Fröhlich und Sebastian Grünwald die Detektei Suni & Partner gemacht haben«, erläutert Gabi Reinmann, Augsburger Professorin für Medienpädagogik.

Der Hauptdarsteller und Erzähler des Krimis ist der 15-jährige Suni. Er hat sich auf dem Dachboden seiner Eltern ein kleines Detektiv-Büro eingerichtet. Zum Nachdenken lutscht er leidenschaftlich gerne Lollies und sein Traumberuf ist - wie sollte es anders sein - Privatdetektiv. Melissa ist 16 und Jugendredakteurin beim ›Jay-Mag‹, einem Augsburger Jugendmagazin. Sie ist für die Recherche zuständig, da sie Zugang zu wichtigen Informationen hat. Das Trio komplettiert der 14-jährige Thorsten, der viel Zeit in der Bibliothek verbringt und mit cleveren Einfällen so manchem Verbrecher eine Falle stellt.

In Folge 3 ›Die Biberinsel‹ wird es lebensgefährlich: Thorsten will sein Sparschwein mit Suni und Melissa zur Bank bringen, um es auf sein Sparbuch einzuzahlen. Plötzlich wird jedoch die Bank überfallen und die Täter entkommen unerkannt. Auch Thorstens Sparschwein ist nicht zu retten. Auf einer Freibadparty treffen die drei Freunde dann auf einen der Bankräuber, ohne zu wissen, wen sie vor sich haben. Ehe sie sich versehen schwebt Thorsten in Lebensgefahr - auf einem Sprungturm in fünf Meter Höhe. Kann Suni ihn retten?

Die nächste Folge der Detektei Suni & Partner erscheint passend zur Kinderuni-Vorlesung »Klima im Wandel: Was passiert, wenn es wärmer wird?«, die Prof. Dr. Jucundus Jacobeit am 16. Juni 2007 an der Universität Augsburg hält.


Hörspiel des Monats April 2007

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

13. Mai 2007

René Pollesch - Tod eines Praktikanten

Regie: René Pollesch
Produktion: DLRK 2007 - 41:29 Minuten

»Ich will das hier nicht aus Liebe machen! Und wenn ich mich so umsehe, dann wird mir klar, ich kann das auch nicht wegen Geld machen. Also weshalb mach' ich das dann?«. Die un(ter)bezahlten Praktikanten in ihren prekären Arbeitsverhältnissen mit der Hoffnung auf den Traumjob sind ratlos. Es gibt da jetzt eine Petition im Netz und eine Anhörung im Bundestag. Aber wer spricht denn dann eigentlich für wen? Und vor allem - was bleibt dabei im Dunkeln?

Aus der Jurybegründung: »Polleschs Hörspiel handelt davon, dass Lügen wichtiger sind als die Wahrheit, weil wir in Wahrheit alle belogen werden wollen. Es gibt einen glitzernden Strudel falscher Glücksversprechen, aber keinen Plot: »Du bist immer im Vorteil, du erzählst dir nichts.« Der Praktikant wird konsequenterweise gar nicht dargestellt, er ist von Anfang an tot. Die Frage nach dem »wirklich gelebten Leben« löst sich in hektischer Rede und Widerrede der drei Frauenstimmen auf. Alles ist gleich gültig in einer Welt, in der Angst nicht mehr Bedeutung hat als die Bestellung von 30 Plasmafernsehern im Internet.«

Sendung:


Hörspiel des Monats März 2007

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

10. April 2007

Arnolt Bronnen - Kampf im Äther oder Die Unsichtbaren

Bearbeitung: Jürgen Peters, Oliver Sturm
Regie: Oliver Sturm
Produktion: HR, DLRK, SWR 2007 - 88 Minuten

Arnolt Bronnen hat als Dramatiker zu Beginn der 20er Jahre die deutschen Bühnen mit Skandalen versorgt. Mitte der 20er Jahre wendet er sich dem Roman zu, dem Rundfunk und der extremen Rechten. Was Zeitgenossen als skandalös empfanden, angesichts der Tatsache, daß er als Sohn eines jüdischen Vaters geboren worden war. 1935 erscheint »Kampf im Äther oder Die Unsichtbaren«, der die Entstehung des Rundfunks in Deutschland im Spannungsfeld von großen und kleinen Machtinteressen ins Visier nimmt und Bronnens - fast erfolgloser - Versuch ist, sich als Schriftsteller zu stabilisieren. Der Rassenwahn war stärker; das Buch durfte zwar erscheinen, aber nicht unter Bronnens Namen. Er hatte ein Pseudonym zu wählen. Das Hörspiel montiert Kapitel des Romans mit dem späteren Versuch Bronnens, sich mit »Arnolt Bronnen gibt zu Protokoll« als Kommunist und Bürger der DDR zu profilieren.

Aus der Jurybegründung: »Das Hörspiel ist die wesentlichste literarische Form, die der Rundfunk hervorgebracht hat. Selten aber stellt er seine eigene Entstehung in dieser Form dar. Arnolt Bronnen war künstlerisch wie ideologisch ein höchst dubioser Charakter, der als Trittbrettfahrer unterschiedlicher politischer Systeme Anerkennung suchte. Mit den Nazis machte er gemeinsame Sache und gebärdete sich später in der DDR als Kommunist.«

Sendung:


SWR- und MDR-Hörspiel zum Download im Internet (16. bis 25. März )

SWR, MDR

10. März 2007

Georg Büchner - Woyzeck

Erstmals bietet die SWR-Hörspielredaktion vom 16. März bis zum 25. März ein ganzes Hörspiel zum Download an: ›Woyzeck‹ von Georg Büchner. Die Neuproduktion, die erst am 9. April in SWR2 urgesendet wird, ist Teil der zehnteiligen Reihe ›Klassik: Jetzt!‹ von SWR, MDR und Argon.

SWR-Hörspielchef Ekkehard Skoruppa: »Mit diesem begrenzten Download-Angebot wollen wir weitere besondere Aufmerksamkeit auf unseren Klassikerschwerpunkt richten. Wir wissen, daß auch Hörspielhörer Interesse haben, neue Verbreitungswege für unsere Sendungen zu nutzen. Wir sind gespannt, welche Resonanz diese Aktion haben wird.«

Unterstützt wird das Projekt durch die Kultusministerien in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und die Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest (MKFS). Damit die Hörspiele im Schulunterricht eingesetzt werden, hat die SWR Hörspielredaktion in Zusammenarbeit mit den Landesmedienzentren in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg pädagogische Hörspielbegleiter (Woyzeck - Handreichungen für den Unterricht von Christian Larisika) entwickelt.

Friedrich Schiller - Kabale und Liebe

Der MDR wird im gleichen Zeitraum unter www.mdr-figaro.de ein Hörspiel der gemeinsamen Reihe online anbieten: ›Kabale und Liebe‹ von Friedrich Schiller.


Hörspiel des Monats Februar 2007

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

9. März 2007

Daniela Kletzke - Ich bin schon nicht mehr hier

Regie: Daniela Kletzke
Produktion: RB, DLRK 2007 - 60 Minuten

Das Hörspiel stellt die Lebensjahre 1938-43 von Theodor Kramer in den Mittelpunkt. Theodor Kramer ist Schriftsteller, ein aktiver jüdischer Sozialist. Er lebte in Wien. Anfang der 1930er Jahre erscheinen seine Gedichte in Prager, Berliner und Wiener Zeitschriften und werden im Rundfunk gelesen. Er zählt zu den produktivsten Lyrikern seiner Zeit, jeden Tag schreibt er ein Gedicht, insgesamt fast 9000 Gedichte. Am 9. Januar 1938 konnte er letztmalig öffentlich auftreten und versucht, seinen Beruf zu bestimmen: Ein Chronist seiner Zeit wolle er sein.

Wien, eine Stadt voll blühender Kneipen hat sich für ihn seit dem Einmarsch der Wehrmachtssoldaten in eine Kulisse voll gefühlter und realer Bedrohungen verwandelt. Die inneren und äußeren Klemmen und Tücken des Verfolgtseins werden von ihm luzide und nahezu zeitgleich zum eigenen Erleben festgehalten. 1939 gelingt ihm die Rettung vor den Nationalsozialisten - 1958 stirbt Theodor Kramer von der Öffentlichkeit nahezu vergessen in Wien.

Aus der Jurybegründung: »Die Qualität des Hörspiels besteht in der plastischen Vergegenwärtigung von Kramers Zerrissenheit zwischen Flucht, Widerstand, Verfolgungswahn, Verlust der Heimat (politisch wie mental), Drogensucht und innerer Emigration. Wie er lange Zeit in einem Patt zwischen Passivität und Aufbegehren verharrt, stellt das Hörspiel dar, indem es Briefe und Gedichte in einen fiktiven szenischen Rahmen integriert.«

Mit Peter Kurth, Chris Pichler, Bibiana Beglau, Maren Eggert, Alexander Rossi, Renato Grünig, Wolfgang Kraßnitzer, Michel Büch, Ian Watson

Sendung:


Hörspiel des Monats Januar 2007

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

18. Februar 2007

Günter Eich - Träume

Regie: Beate Andres, Simona Ryser, Norbert Schaeffer, Alexander Schuhmacher, Bernadette Sonnenbichler, Sven Stricker
Produktion: NDR 2007 - 82 Minuten

Eins ist den Neufassungen, die Günter Eichs fünf ›Träume‹ nun erfahren haben, gemein: Sie halten sich allesamt wortwörtlich an die originale Manuskriptfassung. Wortwörtlich, aber nicht Ton für Ton, Klang für Klang, Geräusch für Geräusch. Deutlich zeigt die den dritten Traum einleitende Klangcollage die Unterschiede zur inzwischen 56 Jahre alten Urfassung: die Schnitte sind schärfer, schneller, die Verzahnung der Geräusche stärker, es wird mit mehreren Tonspuren gearbeitet, kurz: die Möglichkeiten heutiger Technik werden ausgeschöpft. Und doch gewinnt man den Eindruck, dass die originale Hörspielfassung der ›Träume‹ erstaunlich jung geblieben ist. Fritz Schröder-Jahn und seinem Team ist es 1951 auch ohne Computer gelungen noch immer überzeugende akustische Atmosphären zu schaffen.

Aus der Jurybegründung: »Die sparsame akustische Inszenierung von Eichs heute noch aktuellen Visionen verstärkt ihre beklemmende Wirkung. Die eigentliche Kunst ist, eine abstrakte und wenig gegenständliche Bedrohung so zu illustrieren, dass sie fassbar wird. Das gelingt Eich trotz oder gerade wegen einer ins Surrealen getriebenen Handlung. Die Neuinszenierung setzt die in Eichs Sprache angelegte Methode auch formal kongenial um. Ein gutes und gleichermaßen fürchterliches, ein fürchterlich gutes Hörspiel.«

Mit Lukas Amman, Christine Oesterlein, Jens Wawrczeck, Barbara Auer, Franziska Treede | Céline Fontanges, Oliver Mallison, Lukas Adelmann, Leslie Malton, Felix von Manteuffel | Bernhard Schütz, Astrid Meyerfeldt, Susanne Lthar | Udo Wachtveitl, Andreas Fröhlich, Oumar Koita, Olajide Akinyosoy, Tina Engel, Anna Kubin, Hans Löw, Klaus Dittmann, Uli Plessmann, Anne Weber, Jürgen Hentsch und anderen

Sendung:


Hörspiel des Monats Dezember 2006

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

07. Januar 2007

E.T.A. Hoffmann - Die Serapions-Brüder

Bearbeitung: Klaus Buhlert
Regie: Klaus Buhlert
Produktion: BR 2006 - 720 Minuten

Ein wahnsinniger Einsiedler, der im Wald lebt und sich für den Märtyrer Serapion hält, wird zum Namensgeber für ein literarisches Quartett der Fantasten: Zunächst sind es vier, später sechs Freunde, die sich als Serapions-Brüder bei abendlichen Treffen in einer Berliner Stadtwohnung ihre selbst verfassten Erzählungen und Märchen vorlesen. E.T.A. Hoffmann wählte diese Rahmenhandlung für eine Sammlung von Texten, die er zwischen 1814 und 1821 schrieb und unter dem Titel ›Die Serapions-Brüder‹ veröffentlichte.

Für die Hörspielfassung, produziert vom Bayerischen Rundfunk, wurden 12 der insgesamt 27 Erzählungen akustisch umgesetzt.

Aus der Jurybegründung: »Erstklassig besetzt und mit durchdachten musikalischen Miniaturen des Regisseurs und Komponisten Klaus Buhlert akustisch in Szene gesetzt, ist diese monolithische Produktion ein Beweis dafür, daß, da uns nach immer neuen Geschichten dürstet, die alten zyklisch wiederkehren und einen krankenkassenentlastenden Beitrag zur Therapie unserer Ängste und Neurosen durch gute Literatur leisten.«

Mit Herbert Fritsch, Felix von Manteuffel, Bernhard Schütz, Stefan Wilkening, Werner Wölbern, Manfred Zapatka.

Sendung:



2010-10-14