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News - Nachrichten des Jahres 2002


Hörspiel des Monats November 2002

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

12. Dezember 2002

Cover: Einfach Schnickschnack

Daniil Charms - Einfach Schnickschnack

Produktion: HR, NDR 2002 - Länge: 50 Minuten
Regie: Stefan Hardt
Bearbeitung: Stefan Hardt
Komposition: Stefan Hardt
Übersetzung: Gisela & Michael Wachinger

Einfach Schnickschnack: bestellen bei amazon.de

Stefan Hardt hat sieben Texte von Charms musikalisch eingerichtet, sie mit allerhand Geräuschen (u.a. einem lachenden Elefanten) versehen, sie zusammen mit Kindern und Erwachsenen aufgenommen und zu einem Hörspiel arrangiert, das den Unterschied zwischen groß und klein unmerklich zum Schwinden bringt.

In ihrer Begründung erklärt die Jury, dass in den sieben Miniaturen im Prinzip banale Vorgänge einen "komischen Drive" bekommen: "Bei den Geschichten, wie der von Petka, der die Straße entlang rennt und sich mit Hündchen, Esel und Elefant auf den Weg macht, wird durch die Serialität der Darstellung ein komischer Effekt erzeugt, der durch die komponierte Geräuschästhetik noch unterstrichen wird. Weiterhin gelobt wird, dass sich das Stück die Grenzüberschreitung zur Aufgabe mache: "Lautmalereien verdichten sich zu Melodien, der Prosatext gerät zum Lied, Sprecher verwandeln sich unvermittelt in Sänger, das Hörspiel zu einer kleinen, mehrsätzigen Sinfonie... ."

Mitwirkende: Hermann Lause, Inga Busch, Tilo Prückner u.a.

Sendetermine:
HR 2 | Mittwoch, 06. November 2002 | 20:30 Uhr (Ursendung)
DLF | Dienstag, 04. Februar 2003 | 20:10 Uhr


Hörspiel-Termine zum 30. Todestag von Günter Eich am 20. Dezember

18. November 2002

Cover: Beatrice und Juana

Beatrice und Juana

MDRK | Samstag 30. November 2002 | 22:00-23.00 Uhr
Produktion: BR/RB/SWF 1954
Regie: Gert Westphal
Komposition: Karl von Feilitzsch

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Sabeth

ORF1 | Dienstag 3. Dezember 2002 | 20:31 - 22:00 Uhr
Produktion: ORF/Reinhardt-Seminar 1962
Regie: Axel Corti
Mit Dora Wunderlich, Barbara Kahl, Marianne Chappuis, Helma Gautier, Klaus Rott u. a.

Die Andere und ich

DLF | Samstag 14. Dezember 2002 | 20:05 - 22.00 Uhr
Produktion: NWDR/SDR 1952
Regie: Gustav Burmester
Komposition: Johannes Aschenbrenner

Träume

SR2 | Sonntag 15. Dezember 2002 | 15:04 - 16.18 Uhr
Produktion: NWDR 1951
Regie: Fritz Schröder-Jahn
Komposition: Siegfried Franz

Sabeth

SWR2 | Sonntag 15. Dezember 2002 | 16:05 17.18 Uhr
Produktion: SWF 1954
Regie: Fritz Schröder-Jahn
Komposition: Siegfried Franz

Das Jahr Lazertis

MDRK | Dienstag 17. Dezember 2002 | 22.00 23.30 Uhr
Produktion: NWDR 1954
Regie: Fritz Schröder-Jahn
Komposition: Siegfried Franz

Die Gekaufte Prüfung

WDR 3 | Mittwoch 18. Dezember 2002 | 22:00 23.05 Uhr
Produktion: NWDR 1950
Regie: Fritz Schröder-Jahn

Cover: Ein Traum am Edsin-Gol

Ein Traum am Edsin-Gol

DRS1 | Freitag 20. Dezember 2002 | 20.00-21.00 Uhr
Produktion: NDR 1962
Regie: Joachim Hoehne

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Sabeth

SFB-RK | Freitag 20. Dezember 2002 | 21.00 - 22.15 Uhr
Produktion: SWF 1954
Regie: Fritz Schröder-Jahn
Komposition: Siegfried Franz

Das Jahr Lazertis

SWR2 | Dienstag 31. Dezember 2002 | 20.05 21.30 Uhr
Produktion: SWF 1954
Regie: Karl Peter Blitz
Paul: Gert Westphal
Laparte: O.E. Hasse
Bayard: Paul Hoffmann
Kingsley: Wolfgang Schwarz
Zeemans: Heinz Schimmelpfennig
Richards: Hans Christian Blech
Oliveira: Arthur Mentz
Manuela: Irmgard Först
die andere Manuela: Irmgard Diehse

Maulwürfe, Raben und Totentrompeten - Die tierisch ernsten Gesänge des Günter Eich

Feature von Bernd Kebelmann
NDR3 | Dienstag 07. Januar 2003 | 20.05-21.00 Uhr

Kontokorrent

DRS1 | Montag 20. Januar 2003 | 23.00 Uhr
Produktion: DRS 1981
Regie: Rainer Zur Linde

Die Andere und ich

BR2 | Sonntag 27. April 2003 | 15.15 Uhr
Produktion: NWDR/SDR 1952
Regie: Gustav Burmester
Komposition: Johannes Aschenbrenner


Hörspiel des Monats Oktober 2002

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

13. November 2002

Cover: Die Blendung

Elias Canetti - Die Blendung

Produktion: NDR/DLR/BR/ORF 2002 - Länge: 87:10/87:20
Regie: Robert Matejka
Bearbeitung: Helmut Peschina
Komposition: Max Nagl

Die Blendung: bestellen bei amazon.de

Das unter Federführung des NDR entstandene zweiteilige Hörspiel «Die Blendung» ist von der «Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste» (Frankfurt) zum Hörspiel des Monats Oktober gewählt worden. Neben dem NDR waren an der nach dem Roman des Nobelpreisträgers für Literatur, Elias Canetti, entstandenen Produktion das DeutschlandRadio Berlin, der BR und der Österreichische Rundfunk beteiligt. Die Jury lobte in ihrer Urteilsbegründung vor allem die Inszenierung des Regisseurs Robert Matejka, der die Figuren des Romans "gleichsam im luftleeren Raum agieren lässt".
In den Hauptrollen: Felix von Manteuffel, Liebgart Schwarz, Peter Simonischek, Wolfgang Böck, Robert Meyer, Leslie Malton u. v.a.
[NDR]

Sendetermine:
Teil 1 - NDR3 - 02. Oktober 2002, MI 20:05 Uhr (Ursendung)
Teil 2 - NDR3 - 09. Oktober 2002, MI 20:05 Uhr (Ursendung)
Teil 1 - ORF1 - 29. Oktober 2002, DI 20:31 Uhr
Teil 2 - ORF1 - 05. November 2002, DI 20:31 Uhr
Teil 1 - DLRB - 25. Dezember 2002, MI 18:30 Uhr |
Teil 2 - DLRB - 26. Dezember 2002, DO 18:30 Uhr |
Teil 1 - BR2 - 19. Januar 2003, SO 15.15 Uhr |
Teil 2 - BR2 - 26. Januar 2003, SO 15.15 Uhr


Hörspiel des Monats September 2002

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

21. Oktober 2002

Cover: House of God

House of God

von Samuel Shem
Bearbeitung: Norbert Schaeffer
Regie: Norbert Schaeffer
Musik: Gerd Bessler
Produktion: MDR

House of God: bestellen bei amazon.de

Mit: Roy: Ulrich Noethen | Dickie: Andreas Grothgar | Chuck: Gereon Nußbaum | Potts: Daniel Berger | Runt: Jens Wawrczeck | Berry: Birge Schade

In dem Roman "HOUSE OF GOD" beschreibt und verarbeitet der amerikanische Arzt und Psychiater Samuel Shem, mit bürgerlichem Namen Stephen Bergman, die Erfahrungen, die er bei seiner Facharztausbildung an einer renommierten Bostoner Klinik gemacht hat. Heraus kam eine bitterböse medizinische Satire, die bei ihrem Erscheinen 1978 für kurze Zeit sogar auf dem Index stand und inzwischen, millionenfach verkauft und vielfach übersetzt, zu einem Kultbuch der Mediziner wurde.

In der Begründung der Jury heißt es unter anderem: "Regisseur Norbert Schaeffer hat den actionreichen Bestsellerroman in die Hörspielform übertragen, ohne auf eine Erzählerfigur zurückgreifen zu müssen, und stürzt den Hörer mit seiner rasanten Inszenierung in ein Wechselbad der Gefühle. Dabei wahrt er gekonnt die typisch angelsächsische Balance von Komik und Tragik, vergnüglicher Unterhaltung und intelligenter Kritik, die ihren Reiz vor dem Hintergrund einer fast surrealen Klinik-Atmosphäre entfaltet."


Hörspiel des Monats Juli 2002

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

21. August 2002

Cover: Steppenwolf

Der Steppenwolf

von Hermann Hesse
Bearbeitung: Valerie Stiegele
Regie: Christiane Ohaus
Musik: Michael Riessler
Produktion: HR/RB 2002 | 3 Teile je ca. 70 Minuten
Ursendung 21.07.2002 / 28.07.2002 / 04.08.2002
Bild: Hermann Hesse 1927 mit Zigarre © Suhrkamp Verlag

Steppenwolf: bestellen bei amazon.de

Mit Manfred Zapatka, Anna Thalbach, Rolf Hoppe, Dieter Mann, Hermann Lause, Witta Pohl, Werner Wölbern, Chris Pichler u.a.

Hermann Hesse 1927 mit Zigarre © Suhrkamp Verlag

Harry Haller, der Prototyp des mit sich selber und der bürgerlich- etablierten Welt zerfallenen melancholischen Intellektuellen im Alter von Ende vierzig, lebt in bewusst gewählter Einsamkeit. Als er auf einem seiner nächtlichen, nur vom Alkohol begleiteten Streifzüge durch die Stadt beschließt, Selbstmord zu begehen, fällt ihm auf geheimnisvolle Weise ein Büchlein in die Hände. "Der Tractat vom Steppenwolf" beschreibt seine Krise aus höherer Warte und zeigt einen Weg auf, der Hallers Leidenszeit beenden könnte. Der weltfremde und missmutige Harry begegnet daraufhin den schönen und jungen Kurtisanen Hermine und Maria sowie dem Musiker Pablo, die ihm Lebenslust und städtische Gewandtheit lehren. Nach der Einnahme von Halluzinogenen entführen sie ihn ins "Magische Theater": Hier lebt er seine widersprüchliche Natur aus und begeht einen möglicherweise befreienden "Mord".

Das Hörspiel mit seinen Möglichkeiten des Stimmenspiels, der Verschränkung von Innen- und Außenwelt und dem Bau eines musikalischen Klangraumes eignet sich wie kein anderes Medium, die psychische Zerrissenheit des "Steppenwolf", die surrealen Szenen des "Magischen Theaters" oder auch die "höhere, unvergängliche Glaubenswelt der Unsterblichen", für die Goethe und Mozart stehen, suggestiv erlebbar zu machen.

Lobende Erwähnung:
"Borderline" von Marie-Sissi Labrèche (Übersetzung: Hinrich Schmidt-Henkel), Produktion SR 2002 / Ursendung 07.07.2002


Hörspiel des Monats Juni 2002

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

15. August 2002

Mafarka, der Futurist

von Filippo Tommaso Marinetti
Aus dem Französischen von Janina Knab
Bearbeitung: Michael Farin
Regie: Klaus Buhlert
Produktion: BR 2002 | 65 Minuten
Erstsendung 21.06.2002

Erzähler/Mafarka: Bernhard Schütz; Die spöttischen Winde: Eva Gosciejewicz, Sophie von Kessel; Langourama: Eva Schuckardt; Posaune: Uwe Dierksen/Bernhard Schütz

"Brandstifter, große Dichter! Futuristen, meine Brüder! Da habt Ihr den großen Roman aus Dynamit, den ich Euch versprach. - Er ist polyphonisch wie unsere Seelen und zugleich ein lyrischer Gesang, eine Epopoe, ein Abenteuerroman und ein Drama."

Filippo Tommaso Marinetti (1876-1944), Begründer des Futurismus und Zerstörer jeglichen Sprachzwangs, greift mit seinem 1909 in französischer Sprache geschriebenen Roman 'Mafarka der Futurist' tief in die Pathos-Klaviatur eines höchsteigenen "Helden"-Liedes. Er zelebriert überbordende Allmachtsvisionen, Übermensch-Phantasien und zynischen Antihumanismus. Die in Marinettis Roman formulierte Verachtung der Frau, die nicht enden wollende Glorifizierung von "Männern mit breiten Schläfen und einem Kinn aus Stahl" und deren "heroischen Körpern" sowie seine Verherrlichung eines ungehemmten Vitalismus, gipfelnd in einer Hymne auf jeden Krieg, ist ohne Beispiel in der Geschichte der Literatur.
Kompromisslos und größenwahnsinnig erzählt dieser Roman die Geschichte von der Erzeugung des Übermenschen, amoralisch, gewaltig und technoid, halb Mensch, halb Maschine.

"Verteidigt den Roman nicht: schaut vielmehr zu, wie er einer gut geladenen Granate gleich über die gespaltenen Köpfe unserer Zeitgenossen springt und explodiert; dann tanzt, tanzt den Tanz der Krieger."


New-York-Festivals: Weltmedaille in Silber 2002 in der Kategorie "Best Drama Special"

30. Juni 2002

"Oder die glücklose Landung"

Live-Hörstück von Heiner Goebbels nach Texten von Joseph Conrad, Heiner Müller und Francis Ponge
Produktion: SWR 2000 | 90min
Regie: Heiner Goebbels
Komposition: Heiner Goebbels
Mit: Sprecher: Ernst Stötzner

"Oder die glücklose Landung" basiert auf dem "Kongo-Tagebuch" von Joseph Conrad aus dem Jahr 1890. Conrads detailreichen Beobachtungen auf einer Reise von den Rändern der kolonialen Besiedlung ins Innere des Urwalds finden ihre Entsprechung in modernen Texten von Heiner Müller und Francis Ponge. Diese Texte bezieht Goebbels in seinem Stück ein und verarbeitet sie mit den traditionellen senegalesischen Griot-Sängern Sira und Boubakar Djebate sowie den französischen Improvisationsmusikern Alexandre Meyer und Yves Robert in einer musikalischen Erzählform.

Joseph Conrads Kongo-Tagebuch, Heiner Müllers Text »Herakles 2 oder die Hydra« und »Das Notizbuch vom Kiefernwald« von Francis Ponge beschreiben den (Ur-)Wald sowohl als mütterlich lockende Vegetation wie als bedrohliche Matrix, die den Protagonisten verschlingt. Die Literatur, hat Walter Benjamin einmal gesagt, ist ein Wald, in dem der Leser der Jäger ist.

Heiner Goebbels, 1952 in Neustadt/Weinstraße geboren, lebt seit 1972 als freier Komponist in Frankfurt/Main. Von 1978 bis 1980 war er Musikalischer Leiter am Schauspielhaus Frankfurt, anschließend arbeitete er an zahlreichen Musiken für Theater und Ballett, schuf Kompositionen für Interpreten Neuer Musik wie das Ensemble Modern. Goebbels, der als Professor für Angewandte Theaterwissenschaft an der Universität Gießen lehrt, ist der meist prämierte deutsche Hörspielmacher: u.a. erhielt er mehrfach den Karl-Sczuka-Preis (1984, 1990, 1992), den Hörspielpreis der Kriegsblinden (1985) und den Prix Italia (1987, 1992, 1996). Für seine internationale Arbeit im Musiktheater wurde er 2001 mit dem Europäischen Theaterpreis für neue Bühnenrealitäten ausgezeichnet.

Das musikalische Hörstück, das auf eine Pariser Inszenierung im Théâtre des Amandiers zurückgeht, und das bei den Freiburger Hörspieltagen im Februar 2000 mit dem Schauspieler Ernst Stötzner live erstaufgeführt wurde, erzielte die höchste Punktwertung der Hörspieljury beim internationalen Prix-Marulic-Festival in Kroatien. Das Festival, benannt nach dem ersten kroatisch schreibenden Autor Marco Marulic (1450-1524), wird seit 1997 jährlich vom kroatischen Rundfunk auf der Adriainsel Hvar ausgerichtet. Es widmet sich der radiophonen Auseinandersetzung mit Texten, die vor dem Medienzeitalter entstanden sind.

Sendung am Donnerstag, 29.8.2002, um 21.00 Uhr auf SWR2


Deutscher Kinderhörspielpreis 2002

08. Juni 2002

Cover: Angstmän

Angstmän

von: Hartmut El Kurdis
Produktion: DeutschlandRadio Berlin 2000
Regie: Klaus-Michael Klingsporn
Komposition: Lexa A. Thomas

Angstmän: bestellen bei amazon.de

Ursendung am 21.1.2001 | 50'24
(Wiederholung auf hr2 am Samstag 08.12.2001 um 14.05 Uhr)

Darsteller: Tabea Sitte, Lars Rudolph, Tom Quass, Conny Wolter

Es ist aufregend, eine Nacht alleine zu sein. Jennifer tut sofort, was sie nicht darf - mit Schuhen aufs Bett, heimlich Pizza bestellen, alle Fernsehprogramme durchzappen, und dann kommt doch die Angst. Jennifer bewaffnet sich, sieht überall nach und da - im Schrank sitzt schon einer! - Angstmän, ein zerknautschter Superheld. Der größte Schisshase des Universums. Hat sich verflogen auf der Flucht vor Pöbelmän, dem gemeinsten Superheldenschwein aller Galaxien. Und das Unheil naht mit Selbstverständlichkeit.

Hartmut El Kurdi, geboren 1964 in Amman (Jordanien), lebt seit 1969 in Deutschland, studierte Literatur und Theaterwissenschaft, wohnt in Braunschweig, schreibt vor allem Theatertexte und führt Regie.


Kurd-Laßwitz-Preis 2002

17. Mai 2002

Bestes Sciene-Fiction-Hörspiel 2001

Tokio liebt uns nicht mehr

von: Ray Loriga
aus dem Spanischen von: Alexander Dobler
Bearbeitung und Regie: Walter Adler
Produktion: WDR 2001

Teil 1/ca. 55 min Ursendung 13. September Do 23:00 Eins Live
Teil 2/ca. 55 min Ursendung 20. September Do 23:00 Eins Live

Wir befinden uns in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts. Ein legaler Drogenagent reist im Auftrag einer Chemischen Bruderschaft durch die Welt, hält sich mal in Amerika, mal in Asien auf. Im Gepäck hat er eine neuartige Substanz, die unliebsame Erinnerungen auszulöschen vermag. Einer ausreichenden Kundschaft kann er sich sicher sein. Auch er selbst versucht seinen Erinnerungen zu entkommen und flüchtet sich in kurzlebige sexuelle Kontakte, Alkohol und Drogen, die sein Geschäft gefährden. Immer mehr verliert er die Konturen seines Lebens und immer weniger kann er zwischen Traum und Realität unterscheiden.
"Tokio liebt uns nicht mehr" ist eine Parabel über die allzu menschliche Neigung, vor der Vergangenheit zu flüchten. Doch das Gedächtnis ist unberechenbar. Nicht umsonst schreibt Loriga: "Das Gedächtnis ist der dämlichste Hund auf der Welt, du wirfst ein Stöckchen, und es bringt dir sonst was."

Ray Loriga, geboren 1967 in Madrid, ist Autor, Regisseur und Drehbuchautor. Er schrieb u.a. das Drehbuch zu Pedro Almodovars Film "Live Flesh". Ray Loriga lebt in New York und Madrid.


Hörspiel des Monats April 2002

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

09. Mai 2002

die sündenvergebmaschine

Ein Absurdical in sieben Phasen
von half past selber schuld
Realisation: half past selber schuld
Komposition: Ilanit Magarshak-Riegg
Autorenproduktion 2001 (gefördert durch die Filmstiftung NRW)
Länge: ca. 55 min, Erstsendung: 20.4.2002 | 20:05

Noch mal von vorn anfangen, wenn ER das könnte: "Und boing waren die menschen weg!" Die Zeitreisemaschine macht es möglich. Schöpfungsgeschichte, die zweite. In sieben Phasen erschafft dieser Science-Fiction-Hörcomic wieder eine Welt. Nach den Pflanzen kommen die Tiere. Plötzlich sind die Menschen wieder da. Wird es diesmal besser laufen?

"Half past selber schuld" reisten als Straßenkünstler mit diesen vertonten Geschichten durch Europa. Im Studio wurde daraus mit einem ganzen Orchester und einem Chor von Stimmen ein Hörspiel.

Frank Römmele, geboren 1968, Comic-Zeichner, Performance-Künstler

Ilanit Magarshak-Riegg, geboren 1972 in Russland, aufgewachsen in Israel, Komponistin


Hörspiel des Monats März 2002

Deutsche Akademie der darstellenden Künste

05. April 2002

Die Stimme des Hörers

Radioinstallation von Eran Schaerf
BR/ZKM/intermedium 2 2002

"Zum Schutz des öffentlichen Charakters des Radios bedient sich die Stimme des Hörers eines automatischen Moderators, der die Anrufe von Hörern ins Gespräch bringt. Ruft niemand an, geht er auf Wellensuche und sendet, was er in der Umgebung findet. Das ist nicht nur eine Pause, sondern auch eine Trennung von Laut und Sinn. Kein Programm, sondern ein Zufallsautomatismus bringt sie wieder zusammen. Schaerf macht daraus das editorische Prinzip der Publikation."

Eran Schaerf geboren in Tel Aviv, lebt und arbeitet in Berlin und Brüssel, bildender Künstler, advising researcher am fine arts department, Jan van Eyck Akademie, Maastricht. Ausstellungen u.a. Recasting, Kunstverein München (1997), Scenario Data, Projektraum Kunsthalle Bern (1999), Migrants & Variants, Argos Brüssel (2001); Filme (mit Eva Meyer) u.a. Documentary Credit (1998), Europa von weitem (1999); Hörspiele: Wie gesagt. Theater- und Taxistück (BR 1997), Unmöglichkeiten neu gemischt (mit Eva Meyer, BR 2000)

Lobende Erwähnung:
Rosebud von Christoph Schlingensief, WDR


Die HomePage von Horst G. Tröster ist online.

23. März 2002

Literatur:
Horst G. Tröster: Science Fiction im Hörspiel 1947-1987, Frankfurt a.M., 1993


"Sladek" von Ödön von Horváth in der Hörspielfassung von Götz Fritsch wurde in Österreich Hörspiel des Jahres 2001

06. März 2002

Bei der vom ORF zum 9. Mal durchgeführten Publikumswahl des "Hörspiels des Jahres" setzte sich unter den 38 Neuproduktionen ein alter Text in neuem Gewand durch: Sieger wurde ein Hörspiel, das der Regisseur Götz Fritsch unter dem Titel "Sladek" aus zwei Stück-Vorlagen Ödön von Horváths kompilierte, und das vom ORF aus Anlass von Horváths 100. Geburtstag im Dezember vergangenen Jahres gesendet wurde.

Musik: Peter Kaizar
Technik: Gerhard Wieser, Sylvia Rosenecker und Herta Werner
Regie von Götz Fritsch
Produktion: ORF/DLF 2001 | ca. 60 min.

Mitwirkende : Jens Wawrczeck (Sladek) Lukas Miko (Franz) Andrea Eckert (Anna) Martin Schwab (Hauptmann) Klaus Höring (Knorke) Birgit Minichmayr (Fräulein) Harald Harth (Bundessektretär) Nikolaus Kinsky (Rechtsanwalt) Julia Cencig (Lotte), Tina Nitsche (Mädchen 1), Ulli Jürgens (Mädchen 2), Hasija Boric (Handleserin), Heinz Arthur Boltuch (Rübezahl/Chor), Volker Schmidt (Salm/Chor), Michael Pink (Horst/Chor), Sebastian Pass (Halef/Chor), Robert Ritter (Matrose 1/Chor), Wilfried Berger (Matrose 2/Chor) Musiker: Anton Burger (Geige), Jõao de Bruco (Percussion), Georg Graf (Klarinette), Otto Lechner (Akkordeon), Patrice Heral (Schlagzeug), Achim Tang (Kontrabass), Tristan Schulze (Cello), Peter Kaizar (Sampler, Keyboards, E-Gitarre)

In den frühen zwanziger Jahren versuchten verschiedene geheimgehaltene soldatische Organisationen die Truppenstärke der deutschen Wehrmacht über die durch den Versailler Vertrag gezogenen Grenzen hinaus aufzustocken. Aus der Perspektive der beiden jugendlichen Hauptfiguren Franz und Sladek beleuchtet Horvath die rechtsradikalen Machenschaften der sogenannten Schwarzen Armee und die Versuche ihrer Vertuschung. Franz, linker Journalist, untersucht die Vorgänge um die Schwarze Armee und trifft bei einer Versammlung von "Hakenkreuzlern" auf Sladek, der ohne Beruf und Arbeit ist und in dessen Kopf die Phrasen und Erklärungsmuster der Rechtsradikalen ein autoritäres Stereotyp ergeben. Horvath zeichnet in der Figur des Sladek ein hellsichtiges Portrait jenes Charakters, der mit seinen Reinlichkeitsidealen, seinen Sehnsüchten nach einem einfachen, umfassenden Weltbild und seiner latenten Infantilität so kennzeichnend für die nationalsozialistischen Bewegungen der Weimarer Zeit war. Horvaths Text "Sladek oder die Schwarze Armee" entstand 1927/28, wurde jedoch erst 1972 in den Münchner Kammerspielen uraufgeführt. Eine überarbeitete, zweite Fassung mit dem Titel "Sladek, der schwarze Reichswehrmann" wurde 1929 in Berlin uraufgeführt. (Aus "Kindlers Neues Literaturlexikon")

Den zweiten Platz erreichte Sunrise von Michael Köhlmeier in der Bearbeitung und Regie von Klaus Gmeiner, an dritter Stelle: Iris elegantissima von Barbara Frischmuth.

Quelle: ORF


Weigoni

Massaker - ein CrangerCirmesCrimi

03. März 2002

Ein Crossover aus Hörspiel / Lesung / Performance mit Musik
von & mit Barbara Ester & A.J. Weigoni
CD-Mastering: A.J. Weigoni / Barbara Ester
Musik: Tom Täger
Produktion: Tonstudio an der Ruhr 2002 | ca. 44'

Die musikalische Umsetzung ist abgemischt und wird zwischen dem 29. Mai - 03. Juni auf den internationalen Hörspieltagen in Rust vorgestellt.

Der Krimi "Massaker" wählt als Handlungsort die "berühmte" Cranger-Kirmes, mit der Barbara Ester grossgeworden ist.
Jacqueline, die Hauptfigur in »Massaker« ist die Manifestation eines 'Verbrechertypus', der erst durch die Globalisierung entstehen konnte: ein sich selbst entfremdeter Mensch, der in der Anonymität der Grossstadt seinePsychopathien ausleben kann. Verstrickt in scheinbar durchschaubare Konflikte betritt sie die Bühne Cranger-Kirmes. Diese Figur, quasi als Untote, durchschaut die Zukunft der Menschen, die mit ihr, fast zufällig, über die Tatorte schlendern. Sie weiss um die Schicksale, die sie ihren Opfern beschert.

"A.J. Weigoni stellt sich mit seiner Co/Autorin Barbara Ester mit dem Krimi »Massaker« in die Tradition der hard-boiled school, die in den 1920-er Jahren mit dem Black Mask Magazine, einem amerikanischen Groschenheft, ihr Publikum fand. Weigoni ist es gelungen dem Genre Schundliteratur eine ästhetische Dimension abzugewinnen, er gibt so der Sprache der Straße im 21. Jahrhundert eine künstlerische Form." [Pressetext]

Die literarische Vorlage wurde mit dem Hungertuch 2001 ausgezeichnet.


2007-04-29